Was ist Freimaurerei?

Die Freimaurerei ist weltweit eine der größten überkonfessionellen
Interessengemeinschaften. Unabhängig von Konfessionen und
überparteilich ist es ihr vorrangiges Anliegen, sämtliche
Gesellschaftsschichten anzusprechen. Gemeinsames Ziel aller
Freimaurer ist dabei eine humane, tolerante und sozial gerechte
Gesellschaft.

 

Grundlage für die Freimaurer ist die Möglichkeit zur freien Entfaltung der Persönlichkeit des Einzelnen.

Grundlage freimaurerischen Wirkens ist die Loge. Sie ist Zentrum geistiger Arbeit, Stätte der Begegnung und Ort ernster Besinnung. Für den Erfolg ihrer Arbeit ist offenes, ehrliches und hilfsbereites Miteinander Voraussetzung. Zum Zeichen engster Verbundenheit und Vertrautheit nennen sich die Freimaurer untereinander “Bruder”. Am geselligen Leben der Loge nehmen auch die Frauen der Mitglieder und ihre Familien teil.

 

Die Freimaurerei ist kein Geheimbund. Informationen über Geschichte, Wesen, Ziele sowie die Satzungen der Logen sind allgemein zugänglich.

 

Freimaurer fühlen sich in der Verpflichtung, Bürgersinn und Verantwortung im täglichen Leben zu praktizieren. Sie wollen in Worten und Taten an einer menschlicheren Welt bauen - ohne Trennung nach Hautfarben, Religionen oder Weltanschauungen.

 

Die Großloge A.F.u.A.M. von Deutschland steht in der Tradition des Männerbundes. Zur Frauengroßloge von Deutschland unterhält sie dennoch freundschaftliche Verbindungen, respektiert und unterstützt deren Existenz. Sie sieht im eigenen Festhalten am Männerbund keinen Widerspruch zur Gleichberechtigung von Mann und Frau, hält vielmehr Vereinigungen, die nur Männer (oder nur Frauen) umfassen, für ebenso legitime wie sinnvolle Formen menschlicher Gemeinschaft.

 

Das Einüben des Zusammenlebens und Zusammenwirkens aller Brüder in der Loge erfordert aufeinander zuzugehen in allen Lebenssituationen, Verständnis der Charaktereigenschaften des anderen und Hilfsbereitschaft in Not.

 

Freimaurerische Toleranz bedeutet nicht desinteressiertes Gelten lassen anderer Auffassungen, sondern die Bereitschaft, die Überzeugung des Partners – oder sogar Gegners – in ehrlicher Auseinandersetzung zu respektieren.

 

All dem stehen oft egoistische Verhaltensweisen und andere menschliche Unzulänglichkeiten im Wege. Deren Überwindung durch Gespräch, Anleitung und Vorbild ist fortdauernder Gegenstand freimaurerischer Arbeit.

 

Freimaurer sind traditionsbewusst und fühlen sich dennoch dem Hier und Jetzt gegenüber verpflichtet und verantwortlich.

 

Freimaurer nehmen an parteipolitischen Auseinandersetzungen innerhalb der Loge nicht teil. Ihre Logen sind dagegen Begegnungsstätten, an denen durch vielfältige Informationen und durch gemeinsames Nachdenken verantwortungsvolles persönliches Handeln vorbereitet wird.

 

Die Freimaurerei ist nicht in der Vergangenheit stehen geblieben. Sie ist heute aktueller denn je: Den vielen, die menschlichen Werte zerstörenden, Aktivitäten der Gegenwart setzt sie beharrlich die Idee des Bauens, des Fügens von Stein auf Stein entgegen; denn die heutige Gesellschaft ist geprägt von einem steigenden Bedürfnis nach Menschlichkeit, im privaten und gesellschaftlichen Leben ebenso wie im Arbeitsleben.

 

Deren Überwindung durch Gespräch, Anleitung und Vorbild ist fortdauernder Gegenstand freimaurerischer Arbeit.

Warum dürfen Frauen keine Freimaurer werden?

Selbstverständlich dürfen Frauen Freimaurerinnen werden. Sie dürfen es nur nicht in den regulären Männerbünden.

Das hat weniger mit einer Ablehnung oder gar Mißachtung der Frauen zu tun, sondern in erster Linie mit Traditionen, wie sie seit 1723 in den Alten Pflichten beschrieben sind. Unabhängig davon sind fast alle Mitglieder der regulären (und mutmaßlich auch der männlichen nichtregulären) Freimaurerei der Überzeugung, dass es aufgrund des speziellen sehr persönlichen und freundschaftlichen Charakters der Freimaurerei sinnvoller ist, nach Geschlechtern getrennt zu arbeiten.

Im Übrigen sehen das die in Deutschland arbeitenden Freimaurerinnen der Frauen-Großloge von Deutschland ganz ähnlich, weshalb sie zu ihren Zusammenkünften keine Männer zulassen.

Unabhängig von den Zusammenkünften respektieren die traditionellen Männerlogen die Frauenlogen nicht nur, vielfach arbeitet man in den gleichen Logenhäusern und organisiert Veranstaltungen gemeinsam.

Wer gemischte Freimaurerei, also Logen mit Männern und Frauen sucht, sollte im Internet danach suchen. Es gibt verschiedene kleine Organisationen in Deutschland, über deren Struktur und Arbeitsweise an dieser Stelle keine Aussagen getroffen werden können.

Dies ist im Übrigen eine Diskussion, die mehr außerhalb als innerhalb der Freimaurerei geführt wird. An diesem Thema wird gerne auf eine überkommene Traditionspflege der Freimaurerei hingewiesen. Dabei sind die Freimaurer — männlich wie weiblich — keine Traditionspflegevereine. Sie sind seit 300 Jahren in einem immerwährenden Wandel, führen Änderungen aber im Bewusstsein notwendiger Traditionen durch. Die Trennung der Geschlechter hat sich für die Mehrzahl der Logen bewährt.

Geheimnisse?

Wenn es ein „Geheimnis“ gibt, dann ist es das, was jeder Bruder z.B. während 
einer Tempelarbeit im Inneren empfindet und was sich jeder  Beschreibung durch Worte entzieht.

 

Freimaurerei besitzt keine Geheimnisse. Sie ist eine diskrete, aber keine geheime Gesellschaft und behandelt ihre inneren Angelegenheiten genauso vertraulich, wie es in der Familie, im Beruf oder unter Freunden üblich ist.

 

Da Vertrauen das Fundament der Maurerei ist, bleibt das, was ein Bruder einem anderen anvertraut auch bei ihm. Ritualtexte und sogar die Anerkennungszeichen können online gefunden werden. Wir enthüllen oder diskutieren sie nicht, nur damit neue Kandidaten für jede Stufe eine stärkere Erfahrung erhalten.

 

Die meisten Logen sind als eingetragene Vereine öffentlich registriert.

Was macht Ihr eigentlich?

Wir arbeiten gemeinsam an unserer sittlichen (inneren) Festigung und an unserer Weiterbildung, d.h. an der Verbesserung unserer gegebenen Talente und Eigenschaften. Wir bedienen uns hierfür traditioneller Rituale und bestimmter Symbole. Bei unseren Treffen setzen wir uns mittels Vorträgen, Diskussionen oder Informationsabenden mit ethischen, menschlichen und aktuellen Problemen auseinander. Dabei orientieren wir uns an den Tugenden der alten Steinmetzbruderschaften.


Anders ausgedrückt: so wie die Maurer  Stein auf Stein schichteten, um die  Dome wohl zu gestalten, so wollen die Freimaurer einen geistigen Bau errichten: eine Gesellschaft, in der Menschenliebe, Toleranz, Brüderlichkeit und Achtung des Anderen praktiziert werden.


Die Arbeit des Bruders ist eine Arbeit an sich selbst, an seinem eigenen Ich. Diese Arbeit soll ausstrahlen und Wirkung entfalten in seinem unmittelbaren Umkreis von Familie, Beruf und Gesellschaft.

Was geschieht im Tempel?

In einer feierlichen Stunde lassen wir ritualgeführt Musik, Wechselgespräche, Vorträge und die Kraft der Symbole im Sinne eines individuellen, wie bruderschaftlichen Erlebnisses auf uns wirken. Es ist eine Zeit außerhalb des Alltags, des Zusichkommens und der Kontemplation. Eine Zeit der Besinnung und der Ausgeglichenheit.

Wie haltet Ihr es mit der Religion?

Freimaurerei ist keine Religion oder Religionsersatz oder gar eine Sekte. Religion und Glaubensauffassung ist Privatsache und bleibt jedem unbenommen. Wir achten jeden Mannes glaubensmäßige Vorstellungen, da wir alle Weltreligionen anerkennen.

Brüderlichkeit

 

Im freimaurerischen Sinne wird Brüderlichkeit verwirklicht durch Sicherheit, Vertrauen, Fürsorge, Mitverantwortung und der Verständigung mit- und untereinander. 

 

Das Einüben des Zusammenlebens aller Brüder in der Loge erfordert Aufeinanderzugehen in allen Lebenssituationen, Verständnis der Charaktereigenschaften des anderen und Hilfsbereitschaft in Not. 

 

Freimaurerische Toleranz bedeutet nicht desinteressiertes Geltenlassen anderer Auffassungen, sondern die Bereitschaft, die Überzeugung des Partners - oder sogar Gegners - in ehrlicher Auseinandersetzung zu respektieren. 

 

All dem stehen oft egoistische Verhaltensweisen und andere menschliche Unzulänglichkeiten im Wege. Deren Überwindung durch Gespräch, Anleitung und Vorbild ist fortdauernder Gegenstand freimaurerischer Arbeit.

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